UK Non-Dom Reform: Warum Malta jetzt die bessere Alternative für Ihr Vermögen ist
Was ändert sich durch die Abschaffung des Non-Dom Status im Vereinigten Königreich?
Am 6. April 2025 fand eine Zeitenwende im Steuerrecht des Vereinigten Königreiches statt. Der seit über 200 Jahren bestehe nde Non-Dom Status, dessen Begünstigte primär vermögende Privatpersonen (HNWIs) waren, wurde abgeschafft und somit die Besteuerung nach dem „Domicile“-Prinzip gegen ein rein residenzbasiertes System ausgetauscht.
Während das Vereinigte Königreich mit der Einführung einer „Mansion Tax“ auf Luxusimmobilien und mit Debatten über eine Wegzugsbesteuerung auf unrealisierte Kursgewinne Schlagzeilen macht, zeichnet sich Malta durch Stabilität aus: Der erstmals im Vereinigten Königreich etablierte Non-Dom Status besteht auf Malta in seiner bewährten Form weiter fort. Mit dem „Budget 2026“ festigt Malta nicht nur das Remittance-Prinzip, sondern führt neue Entlastungen ein.
Für international mobile Investoren stellt sich 2026 nicht mehr die Frage, ob Handlungsbedarf besteht, sondern nur noch die Frage danach, welche Jurisdiktion langfristige Rechtssicherheit bietet. In diesem Artikel vergleichen wir die technischen Details der britischen Reformen mit der stabilen Alternative Malta und zeigen auf, warum die maltesischen Inseln das ideale Ziel für ehemalige UK-Residents sind.
Key Takeaways
UK Inheritance Tax-Risiko: Weltweite 40% Erbschaftssteuer für jeden, der 10 der letzten 20 Jahre im UK war. Der „Tail“ wirkt bis zu 10 Jahre nach Wegzug nach.
UK Mansion Tax: Jährliche Abgabe von bis zu £7.500 für Immobilien über £5 Mio. ab 2028 (basierend auf Werten von 2026).
UK Exit Tax: Im Budget 2025 vorerst verworfen, bleibt aber in Form der 20%igen „Settling-up Charge“ ein permanentes Risiko.
Malta Bonus: 100% Steuerfreiheit auf Renten ab 2026 und Entlastungen für Eltern.
Malta Business: Attraktive Unternehmensbesteuerung von effektiv 5% durch das Fiscal-Unit-Modell (Holding/Trading).
Was ist ein Non-Dom Status?
Der Status „Non-Dom“ (Resident, but Non-Domiciled) beschreibt Personen, deren Ursprungsdomizil (Domicile of Origin) außerhalb des UK liegt und die dort kein dauerhaftes Wahldomizil (Domicile of Choice) begründen. Der entscheidende Vorteil war bisher: Wer diesen Status besaß, musste sein weltweites Einkommen und seine Kapitalerträge nicht im UK versteuern. Steuerpflicht entstand nur für Gelder, die physisch ins Land eingeführt wurden (Remittance Basis).
Für Unternehmer und HNWIs bedeutete das: Ausländische Gewinne konnten jahrelang steuerfrei in Niedrigsteuerländern reinvestiert werden, während man selbst im UK residierte. Mit der Reform 2025 wird dieses Privileg nun durch eine strikte Weltbesteuerung nach spätestens vier Jahren ersetzt.
Kurz-Check: Lohnt sich eine Verlagerung Ihres Vermögens?
Beantworten Sie sich diese drei Fragen:
Sind Sie länger als 4 Jahre im Vereinigten Königreich ansässig oder erreichen diese Dauer bald?
Besitzen Sie Immobilien im Wert von über £2 Mio.?
Planen Sie, Ihr Vermögen langfristig vor einer 40% Erbschaftssteuer zu schützen?
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A. UK Rechtslage
Warum wird das Vereinigte Königreich zum fiskalischen Risiko?
Die Staatsverschuldung des UK hat seit Beginn der 1990er in Relation zum BIP ein Rekordhoch erreicht. Der Druck auf die Regierung, Sozialleistungen aufrechtzuerhalten und neue zu finanzieren, nimmt zu. Die Lösung: Durch das Foreign Income and Gains (FIG) Regime kurzfristige steuerliche Anreize zu setzen, die sich jedoch bei längerer Verweildauer als gravierendes fiskalisches Risiko für das Weltvermögen der HNWIs entpuppen können.
Wie funktioniert die 4-Jahres-Frist für „Qualifying New Residents“?
Als Qualifying New Resident (QNR) erhält man im UK die ersten 4 Jahre 100% Steuerbefreiungen auf alle qualifizierten ausländischen Einkünfte und Gewinne, die man dann auch steuerfrei ins Land einführen darf. Qualifiziert ist, wer innerhalb der letzten 10 Jahre steuerlich nicht im UK ansässig war. Nach Ablauf der Frist ändert sich die Lage insofern, dass HNWIs Steuern auf ihr Welteinkommen zahlen müssen. Das heißt, dass die HNWIs fortan automatisch dem Steuersatz der „Arising Basis“ unterliegen, was bedeutet, dass ihr weltweites Einkommen und alle Gewinne zu den regulären britischen Sätzen (bis zu 45 % Einkommenssteuer und bis zu 24 % Kapitalertragssteuer) versteuert werden müssen.
Was ist der 10-aus-20-Jahre-Test bei der britischen Erbschaftssteuer?
Auch bei der Erbschaftssteuer gibt es im Zuge der Steuerreform des letzten Jahres Änderungen. Nach der neuen Besteuerung kommt es nun nicht mehr auf das Domizil der Einzelperson an, sondern es findet ein residenzbasierter Test statt, der den Erbschaftssteuersatz bestimmt. Ob nur auf Vermögenswerte, die sich physisch im UK befinden, oder auf alle vererbten Vermögenswerte weltweit 40% Steuern ab einem Wert über £325,000 erhoben werden, kommt darauf an, ob es sich bei dem Erblasser um einen Long-Term-Resident (LTR) handelte oder nicht. Ein LTR liegt vor, sofern die Person mindestens 10 der vergangenen 20 Steuerjahre im UK ansässig war.
Wie lange gilt die „Tail Provision“ nach dem Wegzug aus dem UK?
Wird der LTR-Status erreicht, so kann auch ein Auswandern die Erbschaftssteuer des UK nicht mehr so einfach umgehen. Hier tritt der sogenannte „Tail“ in Kraft. Dieser sorgt dafür, dass nach der Auswanderung eines LTR die Erbschaftssteuer abhängig von dem Zeitraum der Ansässigkeit des Erblassers im UK weiterhin erhoben werden kann. Bei einer Ansässigkeitsdauer von 10 bis 13 Jahren beträgt die Dauer des Tails, also die Zeit, in der man im UK noch die Steuer bezahlen muss, 3 Jahre. Mit jedem weiteren Jahr, dass man dort ansässig war, wird die Tail-Dauer entsprechend erhöht. Die maximale Dauer beträgt 10 Jahre.
In der praktischen Betrachtung sieht das folgendermaßen aus:
Verlässt ein HNWI das UK, nachdem er 9 oder weniger Steuerjahre im UK ansässig war, hat er nur Erbschaftssteuer auf noch im Vereinigten Königreich verbleibenden Assets zu zahlen. Der LTR-Status wurde nie ausgelöst.
Findet der Wegzug allerdings statt, nachdem der HNWI 11 bis 13 der letzten 20 Steuerjahre im UK ansässig war, ist der LTR-Status aktiv und die Vermögenswerte bleiben 3 volle Steuerjahre im UK-System.
Das Tracking der Ansässigkeit erfolgt über eine Selbstauskunft. Hier muss genau dokumentiert werden, an welchem Tag der Wegzug erfolgt, um in Grenzfällen bei der Überprüfung durch den Residence Test den Zeitpunkt des Statuswechsels genau nachweisen zu können. Dies ist von so hoher Relevanz, da in Fällen des „Split Years“, also in solchen Fällen, in denen erst innerhalb eines angebrochenen Steuerjahres der Zu- oder Wegzug stattfindet, das gesamte Steuerjahr auf die Zeit angerechnet wird, die es zum LTR-Status braucht.
Wie hoch ist die neue „Mansion Tax“ (HVCTS) für Luxusimmobilien im UK?
Die britische Regierung führt mit der High Value Council Tax Surcharge (HVCTS) im Autumn Budget 2025 eine gezielte Maßnahme ein, um die empfundene Ungerechtigkeit im bestehenden Gemeindesteuersystem (Council Tax) zu korrigieren. Ab dem 1. April 2028 müssen Eigentümer von Wohnimmobilien, deren Wert bei einer für das Jahr 2026 geplanten Neubewertung bei 2 Millionen £ oder höher liegt, eine jährliche Zusatzgebühr entrichten, die sich nach dem Wert der Immobilie richtet:
Immobilienwert (£m) Jährliche Steuer (£)
£2.0-2.5 £2,500
£2.5-3.5 £3,500
£3.5-5.0 £5,000
£5+ £7,500
Ein entscheidender Unterschied zur regulären Council Tax besteht darin, dass die Haftung beim Eigentümer und nicht beim Bewohner liegt. Zudem fließen die Einnahmen nicht an die lokalen Kommunen, sondern direkt an das zentrale Finanzministerium. Um die Kaufkraft der Steuer beizubehalten, werden die Sätze ab dem Steuerjahr 2029-30 jährlich an den Verbraucherpreisindex (CPI) und mithin der Inflation angepasst. Da die erste Einstufung auf den Marktwertermittlungen von 2026 basiert und dann alle 5 Jahre aktualisiert wird, sollten betroffene HNWIs die Wertentwicklung ihres Portfolios bereits jetzt kritisch beobachten.
Kommt eine 20-prozentige Wegzugsbesteuerung für HNWIs im UK?
Weitergehend wurde eine Wegzugsbesteuerung bereits im britischen Haushaltsplan für den Herbst 2025 diskutiert, wobei die Regierung beim Wegzug von HNWIs eine fiktive Veräußerung aller Vermögenswerte vornehmen wollte, um die Vermögenwerte dann parallel zur Kapitalertragssteuer mit 20% Abgaben zu belegen. Ziel des Vorschlages ist es zum einen, durch geschätzte £2 Mrd. den Haushalt auf Kosten von Privatpersonen zu stärken, andererseits aber auch die Schließung einer Lücke im britischen Steuersystem, denn die aktuellen Regelungen lassen ein steuerfreies Realisieren von Vermögenswerten im Ausland zu, sofern die HNWIs mindestens 5 Jahre außerhalb des UK ansässig bleiben.
Diese Besteuerungsregelung ist Ende letzten Jahres entgegen vieler Spekulationen nicht in Kraft getreten, hat aber dennoch zu einer großen Verunsicherung unter Experten sowie HNWIs geführt. Mithin handelt es sich bei dem UK um einen von zwei verbleibenden G7-Staaten, der noch keine Wegzugssteuer eingeführt hat, und die Wahrscheinlichkeit, dass bei dem nächsten Haushaltsloch auf diese Möglichkeit zurückgegriffen wird, ist real. Schließlich ist es leichter, Privatpersonen zu besteuern, die ohnehin wegziehen, als die Steuerlast auf die eigene Bevölkerung zu erhöhen. Nun wird vor einer Kapitalflucht aus Furcht vor dem Eintritt der Wegzugsbesteuerung bei der Verabschiedung des nächsten Haushalts gewarnt, da die Steuerdrohung über dem Verbleib im UK hängt.
B. Malta Rechtslage
Warum bietet Malta mehr Rechtssicherheit als Großbritannien?
Während das Vereinigte Königreich das Konzept des „Domicile“ für steuerliche Zwecke praktisch beerdigt hat, bleibt es in Malta das Fundament eines hocheffizienten und vor allem planbaren Steuersystems. Für international mobile Investoren mit Non-Dom Status bietet Malta genau die Rechtssicherheit, die im UK im Zuge der jüngsten Reformen verloren gegangen ist.
Wie funktioniert das Überweisungsprinzip (Remittance Basis) auf Malta?
Der entscheidende steuerliche Hebel in Malta ist die sogenannte „Remittance Basis“ (Überweisungsprinzip). Um dieses System optimal zu nutzen, muss zwischen zwei Arten von Erträgen unterschieden werden: Kapitalgewinnen (Capital Gains) und laufendem Einkommen (Income).
Kapitalgewinne: Wertzuwächse und Veräußerungsgewinne, die im Ausland erzielt werden (beispielsweise aus dem Verkauf von Aktienportfolios, Unternehmensanteilen oder Immobilien außerhalb Maltas), sind auf Malta komplett steuerfrei. Der herausragende Vorteil des maltesischen Systems: Diese Steuerfreiheit bleibt selbst dann bestehen, wenn die Gewinne nach Malta überwiesen (remittiert) werden. Ein Investor kann also ein ausländisches Aktiendepot mit Gewinn liquidieren und das Geld steuerfrei nach Malta holen, um dort beispielsweise eine Immobilie zu erwerben.
Laufendes Einkommen: Laufende ausländische Einkünfte (wie Dividenden, Zinsen, Mieteinnahmen oder Gehälter) sind auf Malta nur dann steuerpflichtig, wenn sie physisch auf ein maltesisches Konto überwiesen oder auf Malta verbraucht werden. Belässt der Investor diese Einkünfte auf ausländischen Konten, bleiben sie steuerfrei.
Sollen diese Einkünfte dennoch nach Malta überwiesen werden, bietet das System äußerst attraktive Konditionen, abhängig vom gewählten Steuerstatus:
Der reguläre Non-Dom Status: Remittiertes Einkommen wird hier nach den progressiven maltesischen Sätzen besteuert. Erzielt ein Non-Dom jedoch ein weltweites (ausländisches) Einkommen von mehr als 35.000 € pro Jahr, greift eine pauschale Mindeststeuer (Minimum Tax) von lediglich 5.000 € jährlich. Diese Steuer deckt die Basis-Steuerpflicht in Malta ab.
Wie ist der Steuersatz für Unternehmen auf Malta?
Ein entscheidender Vorteil gegenüber dem UK ist das maltesische Steuersystem für Unternehmer. Malta bietet eine konsolidierte Körperschaftsteuer von effektiv 5 %. Dies wird durch eine sogenannte Fiscal Unit erreicht, bestehend aus einer Muttergesellschaft (Holding Ltd.) und mindestens einer Tochtergesellschaft (Malta Trading Ltd.). Dies macht Malta zum idealen Standort für internationale Geschäftsaktivitäten innerhalb der EU. Wir helfen Ihnen gern, eine solche Unternehmensstruktur aufzusetzen. Nehmen Sie für Ihre internationale Steuerplanung einfach Kontakt über unsere Webseite auf.
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UK vs. Malta im Vergleich: Wo zahlen HNWIs im Jahr 2026 weniger Steuern?
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Steuer Privatperson |
Vereinigtes Königreich (UK) |
Malta (Non-Dom Status) |
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Einkommenssteuer (Top-Satz) |
45 % (ab April 2027: 47 % auf Zinsen/Mieten) |
0% - 35% je nach remittierten Einkünften (5000€ Mindeststeuer) |
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Erbschaftssteuer (IHT) |
40 % auf das weltweite Vermögen (für LTRs) |
0 % (keine allgemeine IHT oder Schenkungsteuer) |
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Wegzugsbesteuerung (Exit Tax) |
Derzeit 0 % (Diskussion über 20 % vorläufig verworfen) |
0 % |
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Mansion Tax (HVCTS) |
Bis zu £7.500 p.a. für Immobilien > £5 Mio. (ab 2028) |
Keine (0 % Vermögens- oder jährliche Grundsteuer) |
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Dauer der steuerlichen Vorteile |
Maximal 4 Jahre (FIG-Regime) |
Unbegrenzt (lebenslanger Non-Dom Status möglich) |
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Steuer Unternehmen |
Vereinigtes Königreich (UK) |
Malta |
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Unternehmenssteuer |
25% ab £250.000, davor 19% |
5% bzw. 15% je nach Struktur |
C. Fazit
Der Wechsel vom Vereinigten Königreich nach Malta ist im Jahr 2026 weit mehr als eine Reaktion auf höhere Steuersätze. Es ist der bewusste Ausstieg aus einem System, das Flexibilität durch eine signifikante Verschärfung der steuerlichen Anknüpfungspunkte ersetzt hat. Wer die Schwelle zum „Long-Term Resident“ überschreitet, bindet sein weltweites Vermögen für bis zu einem Jahrzehnt an den britischen Fiskus.
Malta hingegen punktet mit dem, was HNWIs am meisten schätzen: Planbarkeit. Die Kombination aus dauerhaftem Non-Dom Status und der vollständigen Steuerfreiheit auf remittierte Kapitalgewinne sowie die 5% Unternehmenssteuer und der Entfall der Schenkungssteuer machen die Insel zur logischen strukturellen Antwort auf die Londoner Reformen.
Der Erfolg hängt jedoch am Timing: Wer den rechtzeitigen Absprung verpasst, riskiert, im britischen „Inheritance Tax-Tail“ oder einer künftigen Wegzugsbesteuerung hängenzubleiben. Kontaktieren Sie unsere Kanzlei in Malta hier für eine präzise Potenzialanalyse durch unsere Wirtschafts- und Steueranwälte oder um Ihr Vermögen rechtssicher nach Malta zu überführen. Lesen Sie hier nach, wie Sie den Non-Dom Status auf Malta erhalten können und welche Vorteile es mit sich bringt.
Co-authored by Alexander Dütsch



